Geförderte Projekte
Quelle: Sozialarchiv, Sozarch_F_5141-02.07-Fb-010
Ankauf der Fotosammlung von Bob Steffen
Im Herbst 2014 erwarb die Stiftung die Fotosammlung von Bob Steffen (1928-2012). Zusätzlich finanzierte sie teilweise deren Aufarbeitung für eine Ausstellung, die im Herbst 2015 im Kornhaus in Bern stattfand, verantwortet von den Bernerinnen Veronika Minder und Efa Mühlethaler. – Der Dekorateur Bob Steffen, auch «Bob le Flaneur» genannt, war eine bekannte Figur der Berner Künstlerszene. In jungen Jahren diente er dem Fotografen Werner Bandi als Aktmodell; es entstanden Bilder, die künstlerisch wie zeitgeschichtlich wertvoll sind. Der Nachlass befindet sich seit dem Frühling 2019 im Schwulenarchiv Schweiz.
Quelle: Wikimedia Commons (Public Domain)
Publikation über Heinrich Hössli
Die Stiftung hat 2014 eine Publikation über ihren Namenspatron, den Glarner Autodidakten Heinrich Hössli (1784-1864), mitfinanziert. Darin beleuchten verschiedene Autoren aus Europa und den USA sein zweibändiges Werk “Eros” (1836 und 1838) aus verschiedenen Blickwinkeln. Es war eine der ersten Schriften überhaupt, die dem Thema der Männerliebe gewidmet waren. Das Buch «Keine Liebe ist an sich Tugend oder Laster. Heinrich Hössli (1784-1864) und sein Kampf für die Männerliebe», hg. von Rolf Thalmann, hat eine recht gute Resonanz auch ausserhalb der Schwulenszene gefunden (NZZ, Tages-Anzeiger, Radio, Fernsehen).
Quelle: schwulengeschichte.ch
Ankauf von Materialien zu Mary’s Oldtimer Bar
Im Januar 2014 hat die Stiftung den Nachlass von Maria (Mary) Lang erworben, die von 1935 bis 1975 in der Zürcher Altstadt «Mary’s Old Timers Bar» geführt hat. Diese wurde nach dem Krieg berühmt als Treffpunkt der amerikanischen Soldaten auf ihrer Schweizer Reise. Nachher verkehrte hier allerhand Prominenz, von Richard Tauber bis Thornton Wilder. Der Nachlass ist inzwischen erschlossen und befindet sich im Schwulenarchiv Schweiz. Dazu erschien eine im Auftrag der Stiftung erarbeitete Publikation von Stephan Jaray in: invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, 18. Jahrgang 2016, S. 72-103.
Quelle: Edition Clandestin
Publikation über die Docks von New York
Die Herausgabe des Buches «Coming Out. Photographing the Gay Culture and New Yorks Waterfront» von Leonard Fink (1930-1992) in einem Bieler Verlag (2014) wurde von der Stiftung unterstützt. Leonard Finks Fotografien dokumentieren die Sexualisierung eines Ortes; sie sind visuelle Aufzeichnungen über das tägliche Leben an den Piers, über das Cruising, das Sonnenbaden, das Posen vor den Bars Ramrod, Badlands und der Keller Bar an der West Street, welche die Piers mit dem Greenwich Village verbindet.
Quelle: Verein ABQ
Schulprojekt ABQ
Im Jahr 2013 hat die Stiftung das Projekt ABQ unterstützt. ABQ geht im Kanton Bern auf Schulbesuch und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine direkte Begegnung mit Schwulen, Lesben und Bisexuellen. Diese erzählen ihre Coming Out-Geschichten und diskutieren mit den Jugendlichen übers Anderssein. Das Ziel von ABQ ist es mitzuhelfen, Vorurteile gegenüber Homosexuellen abzubauen und den Jugendlichen Gelegenheit geben, ihre Fragen zu stellen und ihre Vorurteile zu überdenken
Quelle: Lukas Waeber (CC-BY-NC)
Jugendsession 2013 der SAJV
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände erhielt einen Beitrag an die Kosten der «Jugendsession 2013». Hier erhalten jährlich über 200 Jugendliche die Möglichkeit, sich im Bundeshaus ein paar Tage mit politischen und sozialen Fragen auseinanderzusetzen. Für das Jahr 2013 haben sich die zuvor befragten Jugendlichen entschieden, das Thema Homophobie zu einem Schwerpunkt zu machen. Dabei wurde eine Petition, in der Bundesverfassung die Diskriminierung wegen sexueller Orientierung zu verbieten, haushoch angenommen.
Quelle: Elite Film (Pressebild)
Filmprojekt «Der Kreis»
2011 hat die Stiftung einen Beitrag an die Projektentwicklung des Films «Der Kreis» von Regisseur Stefan Haupt bewilligt. Der 2014 herausgekommene Film zeigt einem breiten Publikum die Geschichte der damals sehr bedeutenden Homosexuellenorganisation. Ein Teil dieser Geschichte wird von Schauspielern dargestellt; es kommen aber auch Zeitzeugen zu Wort, die damals im «Kreis» aktiv waren und sich an die Anfänge der Homosexuellenbewegung erinnern. Das Schwulenarchiv Schweiz bewahrt wichtige Dokumente zur Geschichte des «Kreis»; diese werden in dem Film ausschnittweise gezeigt und damit einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht.
Quelle: elisarion.ch
Fotografischer Nachlass des Elisarion
Die Sicherung des fotografischen Nachlasses von Elisàr von Kupffer und Eduard von Mayer, der sich im Elisarion in Minusio befindet, wurde von der Stiftung mitfinanziert. Damit wurden die technischen Voraussetzungen für eine Ausstellung zum Elisarion an Ort und Stelle geschaffen, die 2011-2012 stattfand, begleitet von einer Broschüre.
Quelle: Wallstein Verlag
Liebesbriefe Johannes von Müllers
Im Gründungsjahr 2009 hat die Stiftung die Edition der Liebesbriefe Johannes von Müllers (1752-1809) unterstützt. Dieser war der bekannteste Schweizer Historiker der Goethe-Zeit, sein gleichgeschlechtliches Empfinden war bisher jedoch selten ein Thema. Es zeigt sich vor allem in den Liebesbriefen an den fiktiven Grafen Batthyány. Es gibt schweizweit und wohl auch international kaum eine ältere Quelle, in der das Empfinden, das wir heute als «homosexuell» bezeichnen, klarer und eindeutiger beschrieben, analysiert und durchaus selbstbewusst und positiv dargestellt wird. Die Publikation, die 2014 erschien, hat damit weit über die Schweiz hinaus Bedeutung.









